Die ersten Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald
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Bereits Mitte des 18.Jahrhunderts bauten viele kleine Uhrenwerkstätten im Schwarzwald Kuckucksuhren aus Holz. Hintergrund dieser Entwicklung ist der Erfolg der Holzuhrmacherei im Schwarzwald. Den Uhrmachern gelang es zwischen etwa 1750
und 1780, die Herstellung entscheident zu vereinfachen, sodass die Schwarzwälder Produkte bis gegen Ende des 19.Jahrhunderts die billigsten Wanduhren weltweit blieben.
Die robusten Holzuhren waren die ersten Zeitmesser, die flächendeckend auch in die Wohnungen und Häuser der einfacheren Leute einzogen. Erstmals war es breiten Bevölkerungsschichten möglich, eine Uhr zu besitzen.
Der stark gesunkene Preis ergab sich aus der geschickten Einsparung aus Arbeitszeit und Material. Die Schwarzwälder vereinfachten die Bauweise der Uhren, sie setzten Maschinen ein und teilten sich die Arbeit an der Uhr auf. Ein bis zwei Dutzend hoch spezialisierte Handwerker vom Gestellbauer über den Glocken und Rädergießer bis hin zum Kettenmacher sowie dem Schilderdreher und -maler lieferten dem eigentlichen Uhrmacher höchst effizient hergestellte Einzelteile. Auf diese Weise ließ sich die Zahl der pro Uhrmacher hergestellten Uhren in den drei Jahrzehnten bis 1780 etwa verfünffachen, von einer Uhr in der Woche auf eine am Tag. Dank des niedrigen Preises stieg die Nachfrage nach Schwarzwalduhren rasant an, so dass zahlreiche kleine Werkstätten in der Region rund um Furtwangen entstanden.
Um 1840 gab es im Schwarzwald etwa tausend solcher Werkstätten, in denen vier- bis fünftausend Menschen jährlich etwa eine halbe Million Uhren bauten. Schätzungen zufolge entfiel allein in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts etwa ein Drittel der gesamten Weltproduktion an Uhren - einschließlich Taschenuhren - auf den Schwarzwald.